Philosophie: Warum muss man sie studieren?

Ein Philosoph, der beschlossen hat, im Verborgenen zu bleiben, hat das Ziel und die Ziele der Philosophie wie folgt formuliert: - Alle Menschen können laufen, aber einige wissen, wie man schnell läuft. Mit der Philosophie verhält es sich in etwa so: Irgendwann muss jeder denken, und da wird einem klar, dass man sehr schlecht denkt.

Philosophie studieren

Das Philosophiestudium scheint das eigentliche Training für das Denken zu sein. Das Problem ist, dass man durch den Aufbau seiner Denkfähigkeiten nicht glücklicher wird. Sicherlich nicht reicher, nicht mutiger und nicht selbstbewusster. Vielleicht ist an dieser vereinfachenden Sichtweise etwas Wahres dran, aber es ist sehr schwierig, ihr zuzustimmen. Ein Mensch entscheidet sich freiwillig für ein Philosophiestudium. Das bedeutet, dass es noch um etwas anderes geht, und dass ganz andere Dinge für sie wichtig sind.

Blick auf die moderne Philosophie

Blick auf die moderne Philosophie

Die Philosophie ist ein wirklich erstaunliches Wissensgebiet. Nicht alle Philosophen bezeichnen sie als Wissenschaft (sie bevorzugen z. B. den Begriff "Metawissenschaft"), und es ist ganz natürlich, dass sich unter den nicht sehr gebildeten Menschen viele die Frage stellen: Wozu braucht man überhaupt Philosophie? Schließlich gibt es keinen Anwendungsbereich für Philosophen, und auf dem Arbeitsmarkt gibt es keine Stellen für "Philosophen". Dennoch ist eine philosophische Ausbildung notwendig, denn es ist die Philosophie, die die kognitiven Mechanismen der Wissenschaft als Ganzes entwickelt und projiziert, mit anderen Worten: die Philosophie bestimmt das Potenzial der wissenschaftlichen, technischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung.

Philosophie in der Praxis

Heute spricht man auf höchster Ebene in den Ländern von der Notwendigkeit, das Land aus der Krise zu führen und seine Position in der Welt zu stärken. Dabei handelt es sich nicht nur um Worte, sondern um Systeme strategischer Ziele, die eine sorgfältige theoretische Untersuchung erfordern. Wer wird dies tun? Die Ölarbeiter? Programmierer? Nein. Dies ist ein humanitärer Bereich, und hier geht es definitiv nicht ohne Philosophie, nicht mit einem Schulkurs in Sozialkunde.

In die Breite denken

Die Führungskraft muss breit, tief und wissenschaftlich denken. Das wurde übrigens auch in der Sowjetunion so verstanden. Die philosophische Ausbildung (wenn auch sehr einseitig) wurde in erster Linie als eine zweite höhere Bildung betrachtet, die für leitende Angestellte notwendig ist. Aber wir müssen zugeben, dass schon die Frage nach der Notwendigkeit von Philosophie und philosophischer Bildung ein sehr schlechtes Symptom ist, das von einem umfassenden sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Rückschritt spricht.